Der Berg ruft - mit dem FSAT auf Tour durch die Berge
Verbunden durch die Freundschaft zu Franz Öller, dem Obmann des Fahrverein Steyr Alttraktoren - kurz
FSAT - wurde mir die Ehre zuteil, an der 4-tägigen Ausfahrt über den Großglockner in der Zeit vom
22.-25. Mai 2008 teilzunehmen. Bereits für das Vorjahr war die Jubiläumsfahrt geplant, fiel jedoch wegen des schlechten Sommers regelrecht in`s Wasser. Als Schleswig-Holsteinischer Traktorfahrer kann man(n) gerade den Bungsberg mit 168m Höhe als höchste Erhebung des Landes ansteuern. Da kann sich jeder ausmalen, wie spannend eine Fahrt auf rund 2.500m mit dem Traktor sein kann...wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen - und erleben! Begleitet wurde ich von meinem Freund Thomas, bislang Eicher-Freund und angehender Steyr-Liebhaber.
Gemeinsam traten wir die Reise mit der Bahn in Richtung Österreich an. In Simbach, kurz vor der Österreichischen Grenze, holte uns Franz mit dem Auto ab. In Braunau hatten wir noch Gelegenheit, das Geburtshaus Adolf Hitlers zu sichten. Ein wenig Kultur mußte ja auch sein :-) Unser Quartier bezogen wir in Hackenbuch im Gasthof Leopolder, dem FSAT-Vereinslokal. Dietmar, der Chef des Anwesens, ist ebenfalls Mitglied des FSAT und ist im Besitz zweier 26er. Einer davon wurde von Thomas auf der folgenden Reise gefahren.
Da wir einen Tag Vorlauf hatten, konnten wir uns in Ruhe mit der alten Technik vertraut machen und die Technik checken. Ich hatte die Gelegenheit, einen 26er Baujahr 1947 vom Georg zu fahren, der mit einem Verdeck ausgerüstet war - das Abenteuer konnte langsam beginnen. Am Abend vor der Abreise lernten wir noch Pauli und Sohn Christian kennen, die uns mit Stolz ihr "Wohnzimmer" zeigten, in dem hervorragend restaurierte Steyr-Traktoren standen. Sie begleiteten uns in den Folgetagen mit einem T185a und einem T180. Auch auf dem Anwesen vom Franz gab es viel zu entdecken. Eine derartige Auswahl an Steyr-Traktoren ist mir bislang nicht zugänglich gewesen. Klar, daß das fotografische Auge hier schon viel zu tun hatte.(Zu meiner Ausrüstung gehörte übrigens eine Canon EOS350D)
Am Vorabend der Abreise wurde es dann langsam kribbelig - vor allem mit dem Blick auf den Wetterbericht. Während in der Heimat die Sonne vom Himmel brannte, mußten wir doch hoffen, daß die Wolken ihre Schleusen nicht öffnen würden.
1. Tag 140 KM Hackenbuch - Fusch
In aller Frühe, um 04.45 Uhr, starteten wir in Hackenbuch/Oberösterreich in Richtung Großglockner. Insgesamt nahmen 23 Schlepperfreunde an der Ausfahrt teil, die hervorragend vom Franz Öller ausgearbeitet wurde. Mit drei 26ern ging es dann im Laufe der Strecke zu den Treffpunkten, wo wir die
weiteren Mitfahrer trafen. Da an der Ausfahrt eine Vielzahl der 15er Traktoren teilnahmen und sich nach deren Fahrgeschwindigkeit gerichtet werden mußte, betrug die Durchschnitts- geschwindigkeit 15 KM/h! (Bergab dürfte es auch etwas schneller gewesen sein !) Ausreichend Zeit, um die Landschaft zu genießen - vorausgesetzt, es regnete nicht! Mit Franz als Scout ging es dann zunächst in Richtung Laufen, wo wir über die Kaiser Franz-Josef Brücke den Weg durch Oberbayern in Richtung Lofer nahmen. Hier war die Truppe dann vollzählig. Zu den perfekten Vorplanungen zählten auch die Auswahl der Lokalitäten für alle Pausen, die über den Tag eingelegt
wurden. Selbst das Ausrichten der Traktoren auf den Parkplätzen übernahm Franz - ideal für die Linse meiner Kamera.
Das Wetter spielte auf diesem ersten Streckenabschnitt mit und die Wolken hielten dicht. Von Lofer ging es dann weiter Richtung Saalfelden - Zell am See bis zum Zielort der ersten Etappe in Fusch. Gegen 19 Uhr trafen wir dort ein.

Pause zum Brunzen
Der Tankstellenpächter traute seinen Augen nicht, als er plötzlich den Hof voller Traktoren hatte. Auftanken in Saalfelden. Dieselverbrauch eines 15ers: 8 Liter
Am Abend des ersten Tages begann es dann schließlich richtig heftig zu regnen und mit einem unguten Gefühl schliefen wir nach dem langen Tag ein.
Entgegen der Befürchtungen der daheim gebliebenen Schlepperfreunde hatten wir keine Schwielen am Allerwertesten.
Bergfahrt oder Umkehr ?
Unerwartet spannend ging es am 2. Tag unserer Reise los. Mehr dazu auf der nächsten Seite.